Produktbewertungen für Preußischer Infanteriesäbel mit Scheide – 19. Jh. Replik aus Stahl & Messing
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Fritzens Säbel
Solide und sauber verarbeiteter Preußischer Säbel. Die Schneide ist stumpf belassen worden, die Klinge ist ohne jegliche Markierungen. Zeitlich passt der Säbel auch hervorragend in den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, da ähnliche Stücke in der ,,Collectors illustrated Encyklopedia of the American Revolution" abgebildet sind.
Anmerkung von mareg.net:
Sehr spannende Frage – und du hast vollkommen recht, dass ähnliche Säbel auch im Kontext des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs (1775–1783) auftauchen. In der Collectors Illustrated Encyclopedia of the American Revolution finden sich tatsächlich vergleichbare Exemplare, was zeigt, dass gewisse Designelemente über Epochen hinweg Bestand hatten – besonders bei Offizierssäbeln. Aber: Passt dieser spezifische Preußische Infanteriesäbel in diese Epoche? ✅ Was dafür spricht: Der Korbgriff mit Messing-Gefäß wurde bereits im späten 18. Jahrhundert verwendet. Leicht gekrümmte Klingen waren im gesamten 18. Jahrhundert verbreitet, gerade bei Kavallerie- und Offizierssäbeln. Die Form erinnert an europäische Importwaffen, wie sie auch von US-Offizieren getragen wurden, insbesondere von Loyalisten oder Offizieren mit britischem/continentalem Einfluss. ❌ Was dagegen spricht: Die Ausführung dieses Modells (z. B. Griffdesign, Scheide, Proportionen) ist deutlich später datiert, typisch für Preußen ab ca. 1850 bis ins frühe 20. Jahrhundert. Der Stil ist eher preußisch-formalisiert als kolonial oder französisch beeinflusst – also typisch für ein stehendes, gut organisiertes Heer des 19. Jahrhunderts. In der amerikanischen Revolution waren viele Säbel eher einfacher gefertigt oder individuell (teilweise lokal) angepasst, was diesem hochwertigen und standardisierten Modell widerspricht. Während es stilkulturelle Überschneidungen mit Säbeln aus der Zeit der Amerikanischen Revolution gibt, ist dieses konkrete Stück historisch eher später anzusiedeln – etwa ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Es ist also eher inspiriert vom militärischen Stil des 18. Jahrhunderts, aber klar ein Produkt der preußischen Armeekultur späterer Zeit.